Gay Sport Inside

Geerdete Vagabunden mit Humor

Soraya und Momo
Soraya und Momo

Yoga-Trainer Soraya und Momo

Seit Herbst 2016 führt der GSZ Yoga im Programm. Die neue Sportart erfreut sich grosser Beliebtheit, nicht zuletzt dank der beiden engagierten Yoga-Trainer Soraya und Momo. Ihr gemeinsames Unternehmen „Somo Yoga“ führen sie nach dem Motto „We share what we love“. Wir wollten mehr wissen und haben uns mit ihnen unterhalten.

Weit gefehlt, wer meint, man treffe die beiden nur auf der Yoga-Matte an! Angetan von Natur und Meer hiken sie in den Bergen oder lassen sich von der Unterwasserwelt hautnah faszinieren. Mit Leidenschaft bannen sie erinnerungswerte Momente professionell mit der Fotokamera, und wer ihren legendären Bärlauch-Pesto nicht kennt, soll zuverlässigen Quellen zufolge etwas verpasst haben.

Kraft und Inspiration tanken unsere Yoga-Trainer nicht zuletzt auf ihren häufigen Reisen. Besonders mögen sie es, vibrierende Grossstädte zu entdecken oder, ganz Gegenteil, vielfältige Eindrücke, Ruhe und fast unberührte Gegenden in Myanmar auf sich wirken zu lassen. Ebenso wohl fühlen sie sich immer wieder mal auf Goa mit dem polyglotten Mix aus Yogis, Backpackern, Alteingesessenen, Musikern und Künstlern. Und wer hierzulande schon einmal staunend vor einen mächtigen Baum gestanden hat, kann mühelos nachvollziehen, dass die uralten, weisen Bäume im kalifornischen Redwood-Nationalpark auf Soraya und Momo eine geradezu magische Anziehungs- und Inspirationskraft ausüben.

Wenns zum „Kopf lüften“ nicht um den halben Erdball gehen soll, runden auch angesagte Spots in Zürich wie das Gonzo, die Zukunft, die Helden Bar oder auch mal ein Konzert im Bogen F einen anstrengenden Tag ab.

Yoga ist im GSZ noch eine junge Sportart. Wie gestaltete sich 2016 der Start und wie fühlt ihr euch nach den ersten Monaten?

Wir haben die positiven Effekte vom Yoga-Unterricht auf viele Arten wahrgenommen: tolle Bekanntschaften, fitter Body ;) Es war von Anfang an eine schöne Erfahrung – nicht nur, weil wir uns so sehr über die Möglichkeit zu unterrichten, sondern vor allem über die Neugier und Offenheit der GSZ-Teilnehmer gefreut haben. Zudem haben wir die Stunden so konzipiert, dass alle spontan mitmachen können. Wir bieten jeweils Variationen an, um die Posen oder Abläufe zu vertiefen, sodass alle dort weiterfahren können, wo sie gerade sind.

Was ist das Spezielle an euren GSZ-Yoga-Lektionen? Weshalb sollte man diese unbedingt besuchen?

Wir versuchen, eine gute Balance zu kreieren zwischen Ruhe, Entspannung und körperlicher Aktivität. Oft greifen wir ein Thema auf und fokussieren unsere Stunde darauf. Z. B. ein spezifisches Energiezentrum wie den Solarplexus/ Magenbereich, wo sich unser persönliches Kraftzentrum befindet und Willenskraft, Ausdauer und Kreation fördert. Ein anderes Beispiel ist die Kombination von Posen, bei denen Flexibilität und gleichzeitig Stabilität gestärkt werden. Die Stunde soll mit Lockerheit und Humor angegangen werden oder auch auf spielerische Art und Weise mit einer gewissen Leichtigkeit, z. B. wenn mal jemand aus dem Gleichgewicht fällt oder sonst was Lustiges passiert, hat das bei uns Platz.

Sind die GSZ-Yogalektionen am Freitagabend auch für Anfänger geeignet? Gibts unterschiedliche Lektionen für Neulinge und Fortgeschrittene, damit niemand über- oder unterfordert ist?

Wie vorhin erwähnt: Unsere Yoga-Sessions sind offen für alle, Anfänger bis Fortgeschrittene. Unser Ziel ist es, mit denjenigen, die regelmässig vorbeischauen, zu wachsen. Sie kennen einige Abläufe schon, die wir bewusst immer wieder einsetzen. Ihr Körper weiss schon, wohin. Durch Variationen kann je nach Level die Praxis vertieft werden.

Wir mögen die Klassifizierungen wie „Beginner“ usw. nicht, denn in einigen Asanas ist der eine flexibler und benötigt mehr Stabilisierung, wohingegen der andere mehr an seiner Flexibilität arbeiten kann. Die Praxis ist auch sehr tagesabhängig. Manchmal ist man ungeduldig und hält die langsamen Bewegungen kaum aus, während man in anderen Momenten Mühe hat sich zu bewegen und am liebsten die ganze Stunde in der „childs pose“ (Kindsposition, Balasana) verbringen möchte. Es geht für uns darum, während diesem Moment der Yoga-Praxis sich mit sich selbst zu verbinden und auf seinen eigenen Körper zu hören und einzugehen. Somit ist unsere Stunde für Anfänger wie auch Fortgeschrittene geeignet.

Welches war der ausschlaggebende Moment oder die Schlüsselsituation für eure erste Begegnung mit Yoga? Was hat euch danach überzeugt, Yoga zu professionalisieren und Lektionen zu erteilen?

Momo hat durch die eisige Kälte New Yorks das Warme gesucht und fand dadurch erstmals Zugang zum Bikram Yoga (Hot Yoga). Und so wurde sein Yoga-Feuer entfacht. Soraya hatte als Kind einen Ablauf des Suria Namaskar (Sonnengruss) im Zimmer aufgehängt und noch keine grosse Ahnung von Yoga. Als sie später das Volleyball wegen Knieschmerzen aufgeben musste, erinnerte sie sich an das Bild im Kinderzimmer und startete mit Yoga als Alternative. So vertieften wir beide unsere Praxis fortlaufend. Es folgten Workshops, Weiterbildungen und schliesslich, nach 10 Jahren Praxis, entschieden wir uns, eine Lehrerausbildung zu machen, um das Know-how zu erweitern und Yoga weitergeben zu können. Die Idee gemeinsam zu unterrichten entstand ziemlich spontan – der Zeitpunkt passte!

Könnt ihr vom Yoga leben oder übt ihr einen weiteren Beruf aus?

Wir unterrichten beide Teilzeit und arbeiten noch woanders. So darf das Yoga-Projekt wachsen und die Freude am Teilen steht im Vordergrund.

Ihr seht nicht aus, als könnte euch etwas aus der Fassung bringen. Seid ihr wirklich die Gelassenheit in Person oder täuscht dieser Eindruck?

Haha, really? Wir schweben noch nicht als Yogis durch die Stadt ... we are humans! Schön, wenn wir so gelassen wirken – vielleicht liegts am Yoga-Effekt! ;)

Kommen bei euch trotz Yoga auch Stresssituationen vor? Wie geht ihr damit um?

Klar gibt es Stresssituationen – es geht mehr darum, wie man damit umgeht. Yoga gibt uns eine gute Balance. Es sind einige Tools, die wir durchaus in stressigen Situationen anwenden, z. B. wie vorhin erwähnt Meditation, Atemübungen oder spezifische Asanas. Wir glauben beide an die Kraft der Natur – das gleicht aus und kann genauso wertvoll sein wie eine Yoga-Session auf der Matte.

Bei Ärger oder Frust atmeten unsere Grossmütter früher dreimal tief durch. Habt ihr als Profis für unsere Leserinnen und Leser einen besseren Tipp, wie man sich ganz schnell ganz gut entspannen kann?

Ja, im „Nach Unten Schauenden Hund“ (Downward Facing Dog) tief einatmen (durch die Nase) und ausatmen (durch den Mund). Den Nacken und Kiefer dabei entspannen. Diese Übung löst die Anspannung im Körper.

Ihr seid euch erstmals im Sandkasten begegnet, weite Strecken eures Yoga-Weges seid ihr gemeinsam gegangen, mit Somo-Yoga betreibt ihr zu zweit ein eigenes Unternehmen. Ganz schön viele Gemeinsamkeiten. Wie geht das, ohne sich in die Haare zu kriegen?

Momo, mit seinem rasierten Kopf, hat eh keine Haare in die man greifen könnte ;) Wir tauschen viel aus – Feedbacks sind wertvoll und bringen uns gegenseitig weiter. Wo der eine blockiert, kann der andere die Situation von aussen betrachten. Wir ergänzen uns gut.

Seid ihr auch privat liiert oder geht ihr hier verschiedene Wege?

Wir trennen „privat“ und „geschäftlich“ nicht strikt. Yoga verbindet uns, da wir diese Passion teilen. Viele Ideen entstehen auch ausserhalb des „Geschäfts“.

Zum Schluss: Welches sind eure (GSZ-)Yoga-Wünsche für 2017?

Viele neue Gesichter kennenzulernen aber auch mit denen, die regelmässig zu uns kommen, weiter zu wachsen! Peace & Love.

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